Innenstadt

Der Zustand der Innenstadt ist für Wiener Neustadt beschämend

2015 ist Klaus Schneeberger mit dem Versprechen zur Wahl angetreten, die Innenstadt zu beleben, und hat den Hauptplatz als „sein Wohnzimmer“ zur Chefsache erklärt.

4 Jahre später:

  • Der Hauptplatz ist mit dem total verfehlten Marienmarkt verhüttelt. Der völlig willkürlich gewählte Geschäftemix zeigt, dass das Wiener Neustädter Publikum falsch eingeschätzt wurde.
  • Der eigentliche Besuchermagnet, unser „Wochenmarkt“, wurde verdrängt.
  • Der Geschäfte-Leerstand in der Innenstadt ist so hoch wie noch nie. Symbolisch dafür stehen die Firmen „Müller“ und „Leiner“.
  • Die nächsten Schließungen stehen offenbar unmittelbar bevor: Die Tchibo-Filiale in der Wiener Straße und BIPA in der Neunkirchner Straße stehen vor dem Aus.
  • Unzählige Auslagen sind verklebt, um den Leerstand optisch zu kaschieren  – ein unwürdiges und beschämendes Bild!
  • Die Fußgängerzonen Herzog Leopold Straße und Wiener Straße wurden zwar saniert, aber mit unglücklich gewählten Pflastersteinen, die grau, steril und schmutzanfällig sind
  • Die Bepflanzung (Beschattung) in der Innenstadt ist trotz Klimawandel und immer längerer Hitzeperioden in Miniaturausgabe erfolgt.
  • Was (auf Druck der SPÖ) umgesetzt wurde, ist dürftig: das free city wlan, eine zaghafte Wirtschaftsförderung für Innenstadtunternehmer, ein Leerstandsmanagement und die Etablierung eines Innenstadtmangers, der aber leider keiner ist. Sonst nichts.

Fakt ist: Der Bürgermeister hat die Innenstadt ohne Gesamtkonzept bzw. Gesamtstrategie in den Sand gesetzt, seine Regierungspartner haben dem tatenlos zugesehen. Schneebergers Fehleinschätzung war, dass „Marienmarkt“, „Optima Med“ und „FH im Zentrum“ die Besucherfrequenz erhöhen – falsch  gedacht! Die komplexe Problematik der Innenstadt mit dem Zurückfahren von Verkaufsflächen, mit der Konkurrenz des Onlinehandels, mit einer Veränderung der Kunden- und Besucherbedürfnisse bedarf eben keiner persönlichen Einschätzung, sondern einer systematischen Herangehensweise unter Beratung von Experten.

Aber, das zeigen die Reaktionen, die uns nahezu täglich erreichen: Die Wiener Neustädter sind nicht blind. Jede und jeder, die/der durch die Innenstadt geht, ist erschrocken, zornig und traurig. Das kann auch bei Neujahrs- oder in Sonntagsreden nicht mehr schön geredet werden. Dem Bürgermeister samt seiner Regierung ist vier Jahre lang eine völlig falsche Herangehensweise vorzuwerfen.

Wiener Neustadt steht kurz vor der Eröffnung der Landesausstellung. Hätte die „Allzeit Getreue“ nicht ihre historischen Bauwerke (etwa das Stadtmuseum, das zwar jetzt mit Landesgelder neu gestaltet wurde, aber bereits unter SPÖ-Bürgermeister Hans Barwitzius gebaut wurde), wir wären ein trauriger Ort. Wie aus Umfragen und Studien bekannt ist, erkunden Landesausstellungsgäste immer auch die Stadt auf eigene Faust und entschließen sich bei positivem Eindruck zu Folgebesuchen – in unsere Innenstadt wird jedenfalls niemand mehr kommen!

Die SPÖ hat seit 2015 ein Gesamtkonzept bzw. eine Gesamtstrategie gefordert, hat zahlreiche Vorschläge zur Innenstadt eingebracht. Sie alle wurden nicht ernst genommen oder belächelt, die derzeitige Regierung warf uns sogar vor, neidisch zu sein bzw. am falschen Pferd zu sitzen. Das Resultat dieser Überheblichkeit und Beratungsresistenz sehen wir jetzt, die Suppe hat die Bevölkerung auszulöffeln!

Margarete Sitz

2. Vizebürgermeisterin

 

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