Ruthnerturm

Vom 28.02. bis zum 02.03. findet in Wien eine internationale Konferenz zum Thema „Vertical Farming“ statt.
Vertical Farming bezeichnet eine Nutzung von Flächen, die beim Bau von Wohnraum mit dem Hochhausbau schon seit Langem üblich ist, und in Zeiten zunehmender Bodenversiegelung und Ausweitung nicht bewohnbarer und nicht zu bewirtschaftender Landflächen auch für die Landwirtschaft interessant werden kann – nämlich mit einer geringen Grundfläche eine möglichst große Nutzfläche zu erreichen.
Neu ist dieses Konzept jedoch auch für die Landwirtschaft nicht, denn bereits in den 1950er Jahren wurde vom Wiener Maschinenbauingenieur Dr. Othmar Ruthner das Konzept der Turmgewächshäuser – besser bekannt als „Ruthnerturm“ – entwickelt.
Und hier beginnt der Bezug zu Wiener Neustadt, da bis vor wenigen Monaten auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei ein solcher – im Vergleich zum noch bestehenden Turm im Kurpark Oberlaa relativ gut erhaltener – Turm stand.
Dieser musste dem neuen Hotel im Stadtpark weichen. Von der Stadtregierung wurde im Februar 2017 versichert, dass der Turm an anderer Stelle, nämlich am Alten Schlachthof beim Verein Phönix wieder aufgebaut wird. Über einen Zeitplan ist bis heute allerdings nichts bekannt geworden.
Ob sich das Konzept der Turmgewächshäuser angesichts hoher Investitions- und Betriebskosten durchsetzen wird, kann aus heutiger Sicht nicht beurteilt werden. Unabhängig davon scheint es geboten und fordert die SPÖ – Wiener Neustadt – auch im Hinblick auf die Landesausstellung – den Ruthnerturm wie angekündigt am Alten Schlachthof wieder aufzustellen um ihn für künftige Generationen zu erhalten. Dort kann er als mahnendes Denkmal daran erinnern, dass der Platz, den wir zum Leben zur Verfügung haben, nicht unendlich ist.
StR Mag. Wolfgang Scharmitzer

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